Wenn die Seele Hochzeit machen will

 

Wenn die Seele Hochzeit machen will,

mit dir,

der du so fern bist,

so weit, so weit weg von ihr,

wie soll sie dich erreichen, wenn du dich getrennt hast,

von dem -Uns-, von dem -Wir-?

 

Wenn die Seele Hochzeit machen will,

um dich in die Selbstvergessenheit zu tragen,

in eine Sinnesart,

wo es weder Antworten gibt, noch irgendwelche Fragen...

weil die Suche nach dem Daseinssinn

seine Wichtigkeit verliert...

das Seelchen will Hochzeit machen,

einzig das ist's, was es interessiert.

 

Zu nichtig ist's,

ständig nach dem -Wie- zu fragen.

Hinfällig ist's,

all die tausend Gestern mit sich herumzutragen.

 

Wo aufgewärmte Erinnerungen uns innerlich betrüben,

wo man gezwungen wird, einzig das einzuüben,

was uns von uns selbst und den anderen trennt,

dann muss man sich nicht wundern,

wenn die Seele um ihr Leben rennt...

 

weg von denen,

die ihr stilles Dasein ignorieren,

vor lauter gieren,

nach schnöder Anerkennung Fremder.

 

Ein Zuhause oder Daheim,

kann nur dort sein...

wo man sich selbst begegnet.

 

Wir haben uns von uns selbst getrennt,

von dem Seelchen,

dessen Funke lieblich in uns glimmt.

Wir haben uns selbst weggeworfen

und seit Ewigkeiten darauf getrimmt...

zu bewerten, zu unterscheiden, alles getrennt zu betrachten,

ohne dabei,

das Innere, wie das Äußere,

als Ganzheit zu achten.

 

Fredi  M. Uhlig