Manchmal möchte ich

 

Manchmal möchte ich... die ganze Welt umarmen,

mit einem Schmetterling flirten oder als Baum mich tarnen.

Manchmal ist mir danach, dich liebevoll anzuseh'n,

in den Arm zu nehmen, um dir zu gesteh'n,

wie die Vergänglichkeit sanft meine Wange streift,

wenn der Herbst des Lebens nach mir greift.

 

Manchmal möchte ich... wie eine Schnecke kriechen,

mit dem Herbstlaub flirten und den Grund der Erde riechen.

Manchmal ist mir danach, einfach nur so... da zu sein,

fünfzig Gänge langsamer, in der Tasche einen Reim:

"Wenn ich dich umarme, umarme ich die ganze Welt,

allein dieses Gefühl ist's, was so gut mir gefällt."

 

Manchmal möchte ich... mit einer Blume sprechen,

einen Grashalm streicheln und mit allem brechen...

was mein Dasein bisher in die Irre führte,

weshalb es niemals das Wahrhaftige berührte.

Denn alle Zwänge wie Dürfen, Müssen oder Sollen,

führen zu der Unart, dem Lebendigen keinen Respekt zu zollen.

 

Manchmal möchte ich in mir... eine Tür aufschließen,

um dort hinzusehen, wo die inneren Blüten sprießen,

die zutiefst in unserem Wesen gedeihen,

von Liebe geprägt, von Verständnis und Verzeihen.

 

Hin und wieder ist mir danach... mich wie eine Schlange zu häuten

und ihn abzustreifen, den Mantel der kläffenden Meuten...

die von Angst gejagt, krampfhaft an dem festhalten,

was sie verkommen lässt, zu hässlichen Ungestalten.

 

Dann und wann denke ich:

Warum denke ich so, wie ich denke?

Warum denke ich, denke und denke,

bis ich mir das Gehirn verrenke? ...

anstatt einfach nur dahin zu leben,

mich selbst kennenzulernen und davon zu schweben...

bis mein Lächeln dich wie ein liebkosen berührt,

das uns dann gemeinsam... zu inneren Schönheit führt.

 

Fredi  M. Uhlig