Gleiches zieht gleiches an
Zuerst griff ich nach dem Leben
und kam nackt auf diese Welt.
Ein schutzloses Etwas,
das sich zu seinesgleichen gesellt.
Apfel zu Apfel, Baum zu Baum.
Schmetterling zu Schmetterling,
Alptraum zu Alptraum.
Gleiches zieht gleiches an,
so steht's in den Schriften geschrieben.
Gleiches zieht gleiches an,
die Einen hassen, die Anderen lieben.
Dann griff man nach mir,
lächelnd zwar,
doch der Griff war hart und fest.
Ich weiß nicht ob ich's ahnte,
das man niemanden mehr daraus entlässt.
Gleiches zieht gleiches an,
formt den Nachwuchs nach seinem Bild.
Gleiches zieht gleiches an,
die Einen rauh, die Anderen milde.
Geprägt sind wir,
geformt mit eiserner Hand.
Hineingepresste sind wir,
in ein unfreies Denkgewand...
wo man niemals die Liebe trifft,
die weder wertet, noch vergleicht.
Wo man nie in Selbstvergessenheit,
zutiefst inneren Frieden erreicht.
Gleiches zieht gleiches an
und formt es nach seinem Bilde.
Gleiches zieht gleiches an
und Wilde formen Wilde.
Fredi M. Uhlig
